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PRESSE

AG VOMAG

Bergsicherung gräbt sich in ehemalige Vomag-Bunkeranlage
Gesprenge Luftschutzräume und ehemaliges Bergwerk haben Spuren hinterlassen - Experten sichern Areal nach abgesackten Garten

13 Meter tief ist der Schacht derzeit, den die Bergsicherung an der Straßberger Straße in die Erde getrieben hat. Nach 25 Metern ist der Bunker auf Elster-Höhe erreicht. Meter um Meter graben sich die Männer in den Berg. Sie schaufeln Erde in Eimer. Mithilfe einer Seilwinde werden sie nach oben gezogen. Ein Förderband transportiert das Material aus der Winterhütte ins Freie, wo ein Container bereit steht. Seit September laufen diese Arbeiten im Garten von Ilona und Günter Kuhn an der Straßberger Straße in Plauen. Wo einst prächtige Koniferen standen, sieht es jetzt aus wie zur Blütezeit des Bergbaus im Erzgebirge. Bodenschätze werden hier jedoch nicht abgebaut. Vielmehr wird der Berg gesichert und saniert. Nach einem Starkregen im vergangenen Sommer war der Garten der Kuhns abgesackt.
Risse in Wohnhaus
"Zuerst senkte sich der Zaun", erinnert sich Ilona Kuhn. Eine etwa zehn Quadratmeter große Delle entstand, am Haus bildeten sich Risse. Den Kuhns schwante Böses: Hohlräume im Berg sind die Ursache dafür. "Wir wussten, dass hier in den 1950er und 60er Jahren einiges verfüllt wurde", erzählt die Frau. Die Familie schlug Alarm, schon wenige Tage später rückten die Experten der Bergsicherung Sachsen an. Sie nahmen das Areal unter die Lupe und fanden unter dem Fundament einen Hohlraum. Erde war abgesackt. Rasch wurde das Gebäude gesichert. Die Ursache zu beseitigen, sollte allerdings zu einem aufwändigeren Unterfangen werden.
Denn der Hang oberhalb der Weißen Elster ist durchlöchert wie ein Schweizer Käse. "Hier handelt es sich um ein altes Bergbaugebiet", erklärt Hans Kurtze von der Bergsicherung. "Einst wurde hier Kalk und Eisenerz abgebaut." Den Jahrhunderte alten Stollen vergrößerten die Nazis in den 1930er Jahren zu einer Bunkeranlage für die Beschäftigten des Vomag-Werkes. Dort lief die Panzerproduktion auf Hochtouren. Etliche Hohlräume entstanden. Fünf mal acht Meter misst der größte. Nach dem Krieg wurde der Bunker durch die Rote Armee gesprengt. Hans Kurtze: "Damit verlor das Gebirge seine Stabilität."
Ziel: Stabilität wieder herstellen
Die Bergsicherung will diese jetzt wieder herstellen. Fünf Arbeiter treiben vom Garten der Kuhns deshalb einen Schacht in den Berg. 25 Meter tief soll er werden. Dort ist der Bunker. 13 Meter sind bis jetzt geschafft. Auch im Bunker-Stollen wird gearbeitet. Über das Mundloch am Elsterufer steigen die Arbeiter in das Labyrinth von Gängen ein, um sie zu sichern. Vom Bunker selbst ist bis auf ein paar verrostete Lampen-Fassungen nichts mehr zu sehen.
Mit Holz und Beton werden die Wände stabilisiert. Später wollen die Arbeiter in den Schacht eine Betonplombe einbauen und die Hohlräume mit Beton verfüllen - damit nichts mehr abrutschen kann. Bis Ende Februar dauern die Arbeiten.

von Tino Beyer
erschienen am
06.01.2011

 
 
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